Ein Familienunternehmen mit Tradition - Die Dachdeckerei Burkhardt Kilian in Gräfenhain.


 

Um 1918 selbst noch ein Geselle: Richard Hohmann (sitzend), legte den Grundstein für die lange Handwerkstradition der Familie.

Am 25. Mai 1924 gründete Richard Hohmann, der Großvater von Burkhardt Kilian, die Dachdeckerfirma im thüringischen Gräfenhain. Seine Gewerbeanmeldung gab er handschriftlich bei der lokalen Polizeistation ab. Ein knappes Jahr später legte er mit Erfolg die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer ab.

   

 

Zur geflissentlichen Kenntnisnahme... vor fast 80 Jahren genügte eine Gewerbeanmeldung bei der örtlichen Polizei.
 

Der Meisterbrief des Gründers Richard Hohmann vom 18. September 1925

Fast 40 Jahre lang führte Richard Hohmann den Betrieb durch schwierige Zeiten wie Wirtschaftskrise und Zweiten Weltkrieg, ehe er das Zepter an seinen Schwiegersohn weitergab.

 
 

 

 

 

Knopffest 1933 an der Gräfenhainer Kirche. Seitdem übernahm der Familienbetrieb alle Arbeiten am Kirchendach; häufig auch unentgeltlich.
 

Das Stammhaus Richard Hohmanns in Gräfenhain auf einer Postkarte aus den 30er Jahren.
 

Dokument: In den 30er Jahren deckte die Firma die Ohrdrufer Michaeliskirche. Sie wurde 1945 zerstört; heute existiert nur noch der Turm.

Am 1. Januar 1965 übernahm dann Joachim Kilian den Betrieb, dem er bis 1980 vorstand. Es ist den Eigentümern unter der sozialistischen Herrschaft gelungen, die Firma als Privatunternehmen weiterzuführen und einer zwangsweisen Verstaatlichung zu entgehen.

 
 

 

Joachim Kilian (2.v.r.) mit seinen Kollegen bei einer Arbeitspause Ende der 50er Jahre.
 

Reparaturarbeiten an der Gräfenhainer Kirche in den 60er Jahren.

Joachim Kilian gab am 1. Oktober 1980 die Leitung an seinen Sohn Burkhardt weiter, der bereits 1975 seine Meisterprüfung abgelegt hatte. Er steht dem Innungsbetrieb heute vor und hat die Firma nach dem Mauerfall 1989 durch zahlreiche Investitionen modernisiert und ausgebaut.

Von 1997 bis 2006 hatte er das Amt des Innungsobermeisters der Innung Eisenach-Gotha inne. Nach der Wahl im Jahr 2005 in den Vorstand des Landesinnungsverbandes für das thüringische Dachdeckerhandwerk hat Burkhardt Kilian nicht noch einmal für das Ehrenamt des Obermeisters der Dachdeckerinnung Eisenach-Gotha kandidiert. Im Gesellenprüfungsausschuß des Landes Thüringen engagiert er sich aber weiterhin.

Ehefrau Ellen Kilian unterstützt ihren Mann im kaufmännischen Bereich. Die Firma hat sich nicht nur durch ihre fachliche Qualität einen überregionalen Ruf geschaffen, sondern auch durch ihr kulturelles Engagement um die Gräfenhainer Kirche und deren wertvolle Orgel sowie durch Unterstüzung der Vereine des Ortes.

Ellen und Burkhardt Kilian führen den Betrieb bereits in Dritter Generation.

Die Zukunft der Firma ist bereits gesichert: Der älteste Sohn Karsten legte im Juni 2000 erfolgreich die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk an der Schule in Lehesten ab und arbeitet derzeit aktiv im Unternehmen mit. Er hat am 25. April 2003 zusätzlich eine Meisterprüfung im Zimmererhandwerk an der Bundesfachschule des Deutschen Zimmererhandwerks in Kassel absolviert.

Stolzer Besitzer eines Meistertitels ist auch Karsten Kilian seit Juni 2000.